Meine Erfahrungen mit 100% Homeoffice

Lange Anfahrten zum Arbeitsplatz sind für mich nicht neu, so arbeite ich schon gut 20 Jahre in meinem Bereich.
Konkret sind das unzählige Stunden im Auto, im Stau, auf Umgehungen, an Hörbüchern, Telkos (über die Freisprecheinrichtung natürlich 😉 ).
Lebenszeit, die man im Auto und weg von seiner Familie verbringt.

Das alles hört sich jetzt ziemlich negativ an, jedoch geht man ja auch gerne arbeiten , so geht es zumindest mir.
In meinem Arbeitsgebiet ist es üblich, dass man nicht den einen Schritt mehr macht, sondern die notwendigen Schritte mehr, die es benötigt um eine erfolgreiche Lösung gemeinsam zu erarbeiten.
Das bedeutet: 5 teilweise lange Arbeitstage zuzüglich mindestens 2 Stunden Fahrt pro Tag. Also eine beachtliche Anzahl an Stunden die in der Woche, im Monat und über das Jahr hinweg zusammenkommen.
So war es ein klarer Fall, dass ein höherer Anteil an Homeoffice bei meinem Stellenwechsel, der zudem nochmals eine weitere Fahrstrecke beinhaltete, sein musste.

Noch vor der „Corona-Zeit“ habe ich mich pro Woche mit zwei Tagen Homeoffice eingerichtet.
Diese beiden Tage waren auch nach meinem Empfinden besser als die anderen Tage.
Dies beginnt bereits beim Start, denn ich muss nicht um 4 Uhr aufstehen, damit ich nicht im ersten Stau stehe und relativ gut zur Arbeit komme.
Somit habe ich länger und meist besser geschlafen, was gesünder und mehr Kraft für den Tag gibt.
Auch finde ich die Effizienz wesentlich höher im Homeoffice, da meist keine Ablenkung kommt.
Jedoch ist dies auch etwas, was ich derzeit bei 100% Homeoffice vermisse.
Ich vermisse die Gespräche in der Kaffeeküche, mal „kurz“ ins Büro zu den Kollegen, Anliegen direkt klären und zwischendurch über persönliche Dinge zu sprechen.
Teamspeak ermöglicht eine gute „Alternative“.

Durch die verschiedenen Regelungen Ende März sollten/durften wir zu 100% ins Homeoffice.
Dies war am Anfang schon eine Umstellung und Herausforderung, denn auf „einen Schlag“ wurden Meetings usw. virtuell.
Dabei kam es öfter zu Kapazitätsengpässen, die jedoch nach ein paar Wochen behoben waren.
Persönlich habe ich bei einigen Freunden, Bekannten und Kollegen bemerkt, das diese neue Herausforderung Anfangs ein Problem darstellte, aber dann auch überwiegend die Chancen erkannt wurden.
Ein fast jeder spricht von „Digitalisierung“ und „Fortschritt“, nun konnte bzw. musste man aktiv daran wirken. So war es, dass Möglichkeiten der Kommunikation von Freunden und Bekannten genutzt wurde, die noch vor einem Jahr undenkbar waren.
Auch musste ich über so manche fehlende Disziplin bei „Online-Sessions“ lachen bei der meine große Tochter teilgenommen hat. Wildes Durcheinander hätte die Online-Gesprächsrunde wohl besser getroffen.

Was leider auch ziemlich deutlich geworden ist, ist die Verschiebung und Unterscheidung von Dingen. So gibt es gefühlt immer mehr Menschen die wie ich finde, den Fokus sehr auf dem Negativen haben und sich in der falschen „Spirale“ befinden. Probleme werden fokussiert und thematisiert anstatt den Blick auf Chancen zu richten und zu Lösungen zu erarbeiten.

Meiner Ansicht nach hatte Homeoffice schon immer Potentiale.
Durch die vergangenen Wochen und Monate hat sich dies, zumindest für mich, bestätigt.

Pro

  • Mehr Familie
  • Mehr „Papa-Präsenz“ für die Kinder
  • Mehr Flexibilität
  • Bessere Work-/-Lifebalance
  • knapp 150 Stunden weniger Fahrzeit
  • über 10.000 Kilometer eingespart
  • Weniger Stau
  • Weniger Reifennutzung
  • Circa 1500kg CO² eingespart
  • Locker 800 Euro Spritkosten gespart
  • Weniger Stress durch Chaospiloten
  • Weniger Nerven durch Chaospiloten
  • Gesundheitliche Verbesserung
  • Mehr Schlaf durch Einsparung der frühen Fahrt
  • Effektiver, da man weitgehend ohne Ablenkung an einer Sache bleiben kann

Contra

  • Kaffeküche – direkter Austausch mit Kollegen, nicht virtuell
  • Gemeinsame Mittagessen
  • Visualisierung auf einem Flipchart / Whiteboard um Lösungen darstellen zu können

Für mich persönlich überwiegen die Vorteile im Homeoffice.
Aber auch bei Kritikern zeigte es sich, dass sie sich durchaus damit arrangieren können.
Selbst auf diversen Ebenen hat man das Potential erkannt und geht nun „neue Wege“.

Auf Positives blicken, statt Negatives zu fokussieren!

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